Bilder und Gedanken zum Jakobsweg

Mit Erich Legler auf dem Camino Francés

Ultreia Santiago

Wer Erich Legler gehört hat – als Rundfunkpfarrer zum „Wort in den Tag“ auf SDR – der weiß, von wem ich rede. Unsere Freundschaft gründete auf zwei „Pfeilern“: dem Jakobsweg und – der Suche nach einem „zeitgerechten“ Glauben. Zum ersten Thema gab es gemeinsame Dia-Vorträge und einen Ultreia-Santiago-Kalender mit Botschaften an die Pilger.

Nun folgen 12 Kalenderblätter mit seinen „Segensworten“ und einer kurzen Beschreibung der Bildinhalte.

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Es ist Januar – Schnee erschwert den Weg zum Somport-Pass…

Jetzt gehe ich, mache einen Schritt nach dem anderen, gehe fort; immer beginnt das Unterwegssein mit dem ersten Schritt. Jetzt wandere ich, es war nicht leicht, mich zu überwinden, mein Zelt abzubrechen, aufzubrechen in das Unbekannte. Jetzt pilgere ich zuversichtlich, habe den Weg unter den Füßen. Und siehe – ich werde geführt, getragen von dem, der bei mir ist.“

Der Name „Somport“ hat seinen Ursprung im „Summus Portus“ der Römer. Den darüber führenden Pilgerweg „Via Tolosana“ von Arles nach Santiago gibt es seit dem 11. Jh.; Etappenziel war das Hospiz auf dem Somport. – Im „Liber peregrinationis“ des Codex Calixtinus aus dem 12. Jh. heißt es: „Drei Säulen hat der Herr in dieser Welt zur Unterstützung der Armen errichtet, nämlich das Hospital de Jerusalém, das Hospital de Mont-Joux (Gran San Bernardo), und das Hospital de Santa Cristina.“

Davon zeugen heute nur noch die Grundmauern…

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Mehr unter: https://www.jaca.es/turismo/romanico/santa-cristina-de-somport.html

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Nuestra Señora Eunate

„Du trägst das Kreuz des Pilgers – Du trägst das Kreuz des Alleinseins – Du trägst das Kreuz der Ohnmacht – Du trägst das Kreuz der Angst – Du trägst das Kreuz der Not – Du trägst das Kreuz der Schuld – Strecke deine Arme aus und umarme den, der dich erlöst.“

Der Blick verweilt auf der mitten im freien Feld stehenden, wunderbaren Templerkirche aus dem 12. Jh., in der die einen eine Kopie der Omarmoschee in Jerusalem, die andern eine Variation der Grabeskirche sehen.

Nahe bei der Kirche trifft als letzter der vier Pilgerwege aus Frankreich die Via Tolosana von Arles und Toulouse über den Somport-Pass auf den Camino: „Von hier an sei der Weg eins“…

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Mehr unter: https://www.freibeuter-reisen.org/mystisches-eunate-camino-de-santiago/

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Puenta la Reina

„Durch Gräben und Tiefen und bedrohliche Wasser müssen wir gehen, wenn wir weiter wollen auf unserem Weg – von diesem zum anderen Ufer. Wir suchen die Brücke, die den Abgrund überwindet, auf daß sie uns dort hinbringe, wo eine Straße zu neuen Horizonten führt. – Einer ist uns zur Brücke geworden, die Trennendes zusammen bringt; sein Kreuz verbindet Himmel und Erde – und versöhnt Gott und die Menschen.“

Der Ort erhielt seine Bedeutung durch die Jakobspilger, für deren Übergang über den Rio Arga im 11. Jahrhundert die berühmte „Puente de los Peregrinos“ gebaut wurde – und über die heute noch der Camino führt. Bis ins 14. Jahrhundert kümmerten sich die Templer und ihr Orden um die Pilger und bauten die Kirche Santa Maria de las Huertas samt dazugehörendem Hospital.

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Mehr erfahren: https://www.fundacionjacobea.org/camino-de-santiago/pueblos-del-camino-puente-la-reina/

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Torres del Rio

„Das Morgenlied steigt zum Himmel, preisend den Schöpfer, der uns Heil und Leben gibt – den befreienden Retter. Ihm singen die Chöre der Engel, ihn ehren die Glaubenden und Erlösten. Auf meinem Pilgerweg, geführt und gesegnet, will auch ich ihn preisen – den unendlich liebenden Gott.“

Kirche Santo Sepulcro, ein Meisterwerk der Romanik des 12.Jahrhundert. Die großartige Kuppel mit erkennbar maurischem Einfluss – Kreuzrippen in Form eines achtzackigen Sterns – erinnert an das Gewölbe einer Moschee; man vermutet, dass die Kirche von Mudejar-Baumeistern errichtet wurde.

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Burgos – Herrschersitz der kastilischen Könige

„Die Kathedrale gleich einer mächtigen schützenden Burg, von goldfarbenen Kapellen umgeben, von Vierung bekrönt. Kostbares Juwel unter den Orten und Städten Kastiliens; umgeben von Mauern und Toren, die Jakobspilger bergend. Die Türme weisen hoch hinaus – auf denn Sinn und das Ziel unserer irdischen Wanderschaft.“

Burgos – 884 als Grenzfeste gegen die Mauren gebaut – ist eine schöne alte Stadt mit engen Straßen und Plätzen rings um die Kathedrale, eine der größten gotischen Kirchen in Spanien, deren hohe Türme das Stadtbild beherrschen. 1221 wurde ihr Grundstein gelegt, doch fertig war sie erst 300 Jahre später.

Zur Hochzeit der Santiagowallfahrt war Burgos einer der wichtigsten Orte am Camino, mit mehr als 30 Herbergen und Hospitälern; übrig geblieben ist allein das Hospital del Rey im Westen der Stadt, am Ortsausgang Richtung Villalbilla.

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 Campo de Pan

„Vor mir liegt die schier endlose Kastilische Hochebene – wie eine läuternde Wüstenwanderung ist mir die Strecke aufgegeben. Sonne und Glut, ausgelaugte Landschaften; Schweiß, Durst, Müdigkeit. Dazu die Pilger-Anfechtung, sitzen zu bleiben, nicht mehr weiter zu wollen. – Und plötzlich verspüre ich den Zuspruch, der mir wieder Mut macht: Gottes Gegenwart leuchtet in jeder Wüste – im brennenden Dornbusch.“

Antonio Machado y Ruiz, der „Sänger von Kastilien“ beschreibt die raue Landschaft Altkastiliens, mit Hitze im Sommer und eisiger Kälte im Winter: „Welliges Land und die Straßen verbergen bald die Reitenden die auf braunen Eselchen sitzen. Bald wieder tauchen sie auf im rötlichen Abend, Bauerngestalten – Flecken im Gold der Sonnenneige.“

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Das „Juwel“ von Frómista

„Sesam öffne dich – tue dich auf heilige Pforte, lass mich ein; du trennst das Draußen vom Drinnen, öffnest den göttlichen Bereich. Draußen herrschen Lärm und Getue, drinnen Stille und Gesammeltheit. – Empor das Herz, es richte sich himmelwärts zu dir, meinem Gott. Einmal heiße mich eintreten Jesus Christus, ins Reich des Lebens und der Glückseligkeit – ins himmlische Paradies.“

Kirche San Martín, ein Kunstwerk wie aus dem Bilderbuch – Meisterwerk der Romanik des Jakobswegs. Innen eine Skulptur von Santiago Peregrino aus dem 16. Jahrhundert, daneben gibt es einen gekreuzigten Christus aus dem XIII. Jahrhundert, im Übergang von der Romanik zur Gotik.

An der Fassade eine umlaufende Verzierung (canecillo), kleine Skulpturen an der Dachtraufe, deren Themen sich in unterschiedlichsten Elementen ausdrücken: Pflanzen, bizarre Tiere und menschenähnliche Wesen. Jede der kleinen Figuren und Symbole ist einzigartig und man ahnt ihre „Botschaft“, die sie dem Betrachter mitteilen.

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San Miguel de Escalada

„Leb diesen Tag und leb ihn recht, er ist dir geschenkt. Denk nicht an gestern, es gehört der Vergangenheit. Vertrau auf Gottes Vergebung und Frieden. Kümmere dich nicht um den morgigen Tag, er ruht im Verborgenen. Lass ihn in Gottes Sorge, in seiner weisen Vorsehung. Leb einfach im Heute und wisse: Du bist von Gott geliebt.“

Kloster San Miguel – präromanische Gründung aus westgotischer Zeit (6./7. Jh.) – mit seinem motzarabischen Laubengang aus dem 10. Jahrhundert. 913 unter Abt Alfonso neu geweiht, war das Kloster im Mittelalter eine Station am Jakobsweg. 

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Mehr unter: turismo-prerromanico.com/monumento/san-miguel-de-escalada

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Catedral de Santa María de Regla

„Funkelnder Stern über meinem Weg, du zeigst dich in Säulen und Steinen, in wunderbaren Fensterrosetten, im kunstvollen Netzwerk der gotischen Wölbung. – Doch schöner noch leuchtest du auf in Menschen, die mir begegnen, die mit mir gehen, deren strahlende Augen sind wie Fenster deiner Klarheit und Güte.“

León – Kathedrale Santa Maria de la Regla – „Schönste Kirche Spaniens“ – Ende des 12. Jahrhunderts begonnen und im 13. Jahrhundert vollendet. Schlanke, himmelwärts strebende Säulen tragen die gotische Wölbung; wunderbare Rosettenfenster an beiden Enden des Kirchenschiffs und unzählige Buntglasfenster lassen den Innenraum in vielfarbigem Licht erstrahlen.

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Mehr unter: saposyprincesas.elmundo.esactividadesninos/leon/cultura/monumentoscatedral-de-santa-maria-de-regla

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O Cebreiro – Alto San Roque

Ort der Segnung, heiliger Gral, lass mich erfüllt sein von der Wahrheit Gottes, nach der ich dürste. Ort der Segnung, lass mich teilhaben an Christi Versöhnung. Ort der Segnung, lass die Pilger eintreten in den Bund, den du gestiftet hast.

Cebreiro – Ort des „heiligen Gral von Galicien“; die Sage erzählt von der Wandlung des Abendmahls in der Kirche Santa Maria aus dem 9.Jh. – Von hier führt der Camino zum Alto San Roque; von der Pilgerstatue ein weiter Blick über die Höhen Galiciens.

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Mehr unter: perderelrumbo.comque-o-cebreiro-lugo-galicia

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Pórtico de la Gloria

„Gehen zum Haus des Herrn, ihm in seinem Tempel zu begegnen. Der Pilger ist es, der nach ihm fragt und ihn von Herzen sucht. Gott lässt sich finden, zeigt sich in seiner Güte. Nun bin ich angekommen am Tor meiner Sehnsucht, tief berührt am Pórtico de la Gloria.“

Am unvergleichlichen „Pórtico de la Gloria“ empfängt der hl. Jakob, im Mittelpunkt himmlischer Heerscharen, die Pilger; hier stauen sich die Menschen und legen ergriffen die Finger der rechten Hand in die Vertiefungen am „Arbol de Jesé“, dem Lebensbaum Jesu Christi und der gesamten Menschheit.

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Mehr unter: newspanishbooks.de-portico-de-la-gloria-misterio-y-sentido

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Ultreia Santiago

„Mein Weg führt zum Ziel, bringt mich zum Heiligtum des Apostels. – In der Hand halte ich meine Jakobus-Muschel, Wegbegleiter und aller Pilger Zeichen; in ihr vernehme ich das Rauschen der Unendlichkeit. Dankbar will ich sein und bereit, zum Jünger Christi zu werden für Gott und die Menschen.“

„Mit übermäßiger Freude bewundert man die große Schar, die beim ehrwürdigen Altar des hl. Jakobus Nachtwache hält … Man hört dort die verschiedensten Sprachen – Gespräche und Lieder der Deutschen, Engländer, Griechen und der anderen Stämme und Völker auf dem gesamten Erdkreis .… Wer traurig herkommt, zieht froh zurück … Die Türen der Basilika bleiben Tag und Nacht unverriegelt, und die Dunkelheit kehrt doch niemals ein, weil sie durch das helle Licht der Kerzen und Fackeln leuchtet.“

„Dorthin begeben sich Arme und Reiche, Räuber, Reiter, Fußgänger, Fürsten, Blinde, Gelähmte, Wohlhabende, Adlige, Herren, Vornehme, Bischöfe, Äbte, manche barfuß, manche mittellos, andere aus Gründen der Buße mit Eisen beladen …“

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Mehr unter: http://www.jakobsweg-der-freude.info

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Stationen auf dem Weg nach Santiago

Quelle: Kalender „Ultreia Santiago“ – ©Salem Edition 1999

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Aber auch das war Erich Legler:

Unsere Freundschaft gründete auf zwei „Pfeilern“: dem Jakobsweg (den kennt ihr jetzt) – und der Suche nach einem „zeitgerechten“ Glauben.“ – steht in der Einführung zu diesem Beitrag. Natürlich wollt ihr erfahren, was dabei heraus gekommen ist:

Aus dem Inhalt:

Wer in der Liebe noch nie verloren hat – Jede Krankheit ist eine Botschaft  – Schuld macht krank – Du kannst trotz Angst bestehen – Was bin ich schon wert

ISBN: 978-3-9805535-5-1 (Buch)
978-3-96521-188-9 (E-Book)
Preis EBook:  2.99 €
Buch:  3.95 (kostenlos für soziale Einrichtungen)

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Impressum: © Salem Edition D-88678 Salem – https://www.salemedition.de

2 Antworten zu „Ultreia Santiago”.

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